Wir sagen NEIN zur 330 Millionen Verschwendung. Hast Du schon unterschrieben?
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„Die Weinberge der Mosel sind die schönsten der Welt.“ Das schrieb Hugh Johnson 1966. Genau in jener Zeit entstand ein Projekt, das damit jetzt Schluss machen will. Und der Jahrtausende alten Weinkulturlandschaft der Mittelmosel tiefe Wunden zufügen wird. „Hochmoselübergang“ nennt es sich. Statt das Tal der Mittelmosel auf die Liste der Weltkulturerbe der UNESCO zu setzen – wo es hingehört – fängt man gerade an, eine monströse Brücke darüber zu bauen. Inklusive kilometerlanger Schnellstraße entlang weltberühmter Weinlagen. Ein über 40 Jahre altes Projekt, das ursprünglich der schnelleren Verlegung von Nato-Truppen im Kalten Krieg dienen sollte. Doch nie war das nötige Kleingeld dafür da. Dann kam der Konjunkturpaket-Geldsegen und jetzt rücken ganz schnell die Bagger an, um das absurde Projekt mit deutscher Gründlichkeit endlich durchzuführen. Kostenpunkt: schlappe 330 Millionen Euro. Das „Monster“, wie die Moselbrücke genannt wird, ist Teil des Ausbaus der Bundesstraße 50 bis zum Autobahnkreuz Wittlich, um den Hunsrück mit der Eifel zu verbinden. Die Hochbrücke soll zwischen Erden und Rachtig beginnen und mit einer Länge von 1,7 Kilometern (!) und einer Höhe von 160 Metern (!!) über das Tal verlaufen, um dann südlich Ürzig beim weltberühmten Würzgarten (!!!) anzukommen. Aber es kommt noch besser: Auf der rechten Moselseite soll die B50 über eine Länge von 9 Kilometern oberhalb weltberühmter Weinlagen auf dem Plateau (dem Hunsrück- oder Moselsporn) entlang laufen. Dafür werden der Waldbestand gerodet und bis zu 15 Meter tiefe Schneisen gebaggert. Der Wasserhaushalt der Lagen und das sensible Kleinklima sind gefährdet, von der generellen Rutschgefahr des Erdreiches ganz zu schweigen. Direkt oder indirekt betroffen sind diese klangvollen Lagen: Zeltinger Deutschherrenberg, Ürziger Würzgarten, Zeltinger Himmelreich, Zeltinger Schlossberg, Zeltinger Sonnenuhr, Wehlender Sonnenuhr, Josephshöfer, Graacher Domprobst, Graacher Himmelreich, Bernkasteler Lay, Bernkasteler Graben, Alte Badstube am Doctorberg, Bernkasteler Doctor. Ja, meine Herrschaften, darf’s vielleicht noch etwas mehr sein? Dass hier ein Weinkulturdenkmal von nationaler und internationaler Bedeutung massiv bedroht wird, ist offenbar nur wenigen wirklich bewusst. Oder schnurzpiepegal. Dazu passt, dass der Aufschrei im Ausland viel größer ist als in Deutschland selbst. Mit blankem Entsetzen und völligem Unverständnis reagierte die ausländischen Weinwelt über das Projekt. Renommierte internationale Zeitungen berichteten schon, und unter der Führung von Hugh Johnson haben sich Koryphäen wie Jancis Robinson und Stuart Pigott zum „International Riesling Rescue“-Protest formiert. Und das könnt ihr tun, um den Zug der Zerstörung einer weltweit einzigartigen Kulturlandschaft noch aufzuhalten: Unterschreibt die öffentliche Petition beim Deutschen Bundestag für einen sofortigen Baustopp dieses Wahnsinns-Projektes: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;petition=10681;sa=sign Die Petition wird am 17. Mai 2010 im Parlament auf der Tagesordnung stehen. Vielleicht die letzte Chance, die Monsterbrücke doch noch zu kippen! Übrigens: Die Wachau ist längst UNESCO Weltkulturerbe, dort würde niemand auf die Idee kommen, eine vierspurige Schnellstraße über die Donau und entlang der besten Weinlagen zu bauen. Und das Burgund bemüht sich gerade, Weltkulturerbe zu werden und hat in der Vergangenheit viel harmlosere Verkehrsprojekte erfolgreich verhindert. Auch in Bordeaux wurde in letzter Minute eine Autobahn durch das Herzstück des Anbaugebietes verhindert – als alle Welt mächtig aufschrie. Dass die Politik die Dimension ihres Vorhabens überhaupt nicht kapiert hat, zeigen ein paar O-Töne, die wie gruselige Stimmen aus dem Jenseits der 1960er Jahre klingen: „Das Bauwerk, das im Kreis Bernkastel-Wittlich an der Mosel entstehen wird, ist ein Projekt der Superlative: Mit der Hochmoselbrücke wird man in einigen Jahren eine der größten Brücken Deutschlands bestaunen können, unter der sogar der Kölner Dom ein Mal Platz hätte. In einer Höhe von 158 Metern wird sich das Bauwerk 1,7 Kilometer lang über das Moseltal spannen.“ Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz, Stabsstelle Kommunikation http://www.hochmoseluebergang.rlp.de/lueckenschluss.html „In der Diskussion ist auch zu berücksichtigen, dass das Weinanbaugebiet zwischen Koblenz und Perl entlang der Mosel eine Länge von über 240 Kilometern aufweist. Befürchtungen eines Qualitätsverlustes bei den Moselweinen wie auch eine „Zerstörung der Kulturlandschaft“ sind bei der örtlichen Begrenztheit des Projektes nicht begründet.“









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