Eins der ersten Erlebnisse mit deutschem Riesling, hatte ich mit dem 1996er Brudersberg vom Weingut Heyl zu Herrnsheim. Die Flasche stammte aus dem Nachlass eines aufgegebene Weinladens wo ich sie 2001 kaufte: gereifter Riesling, körperreich, cremig und mineralisch. Seitdem haben mich die Weine des Guts nicht mehr losgelassen;
ich habe sie immer wieder probiert. Das Haus verfolgt einen erkennbaren Stil: die Weine sind mineralisch, auffällig kompakt, komplex und spritzig frisch. Das zieht sich durch vom QbA bis zum großen Gewächs. Der Weinstil erinnert an den Rheingau: die Weine sind tiefgründig, mineralisch und brauchen etwas Zeit. Für den phänomenalen 2009 ist jetzt gerade der Beginn der Trinkphase.
Einen Heyl zu Herrnsheim-Riesling im Glas zu haben ist schon was Besonderes. Die Geschichte dieses Traditionserzeugers reicht bis ins Jahr 1561 zurück, und stets wurde hier ein sehr eigener, mineralisch-eleganter, würdevoller und markanter Stil gepflegt. Auch heute ist das noch so, auch wenn Heyl zu Herrnsheim inzwischen offiziell als Weinlinie beim Weingut St. Antony geführt wird.
Das Schönste jedoch ist, dass selbst der normale trockene Qualitätswein mit selbstbewusster Individualität angenehm aus der Reihe tanzt. Denn die Trauben stammen von Niersteiner Lagen am legendären Roten Hang – und liefern einen direkten, klaren und ausgewogenen trockenen Riesling mit feiner, saftiger Frucht, der Persönlichkeit und Klasse ins Glas bringt.